Kapitel 2: Embla und das mystische Licht  
 

Chapter 2: Embla and the Mystical Light

 

Kapitel 2: Embla und das mystische Licht 

Und so lauschte Embla weiter – Tag für Tag, Wind für Wind, bis eines Morgens ein Blatt auf ihre Schulter fiel. Es sah aus wie all die anderen: gelb, leicht, gekräuselt, vom Wind getragen – und doch war es anders. Embla nahm es vorsichtig in die Hand. Es war nicht kalt. Nicht warm. Aber es schien, als ob in diesem Blatt Leben war. Sie fühlte etwas, das sie nicht benennen konnte.

Auf der Unterseite war eine feine Linie eingeritzt – wie von einem winzigen Messer, das kein Mensch geführt haben konnte. Kein Buchstabe. Kein Wort. Kein Zeichen, das sie verstand. Aber als ihre Finger darüberglitten, hörte sie es wieder – das Flüstern. Diesmal war es klarer: „Folge dem Licht, das keine Schatten wirft.“

Embla blickte auf. Die Ulme schwieg. Aber der Wind hatte sich verändert. Er roch nach Moos, nach Regen, nach etwas Altem. Und irgendwo zwischen den Ästen glomm ein Licht – bläulich, nicht flackernd, sondern wartend.

Am nächsten Tag ging Embla mit gemischten Gefühlen zur großen Ulme. Sie sah aus wie die anderen Bäume. Und doch war da etwas. Nichts Greifbares. Aber seltsam. Die Luft um sie herum fühlte sich dichter an, schwerer – als würde die Ulme Erinnerungen in sich tragen, die noch nicht sichtbar waren.

„Warum scheinst du mir so traurig zu sein?“ flüsterte Embla. Keine Antwort. Nur ein Windstoß, der die Blätter rascheln ließ. Und es klang wie ein Seufzen.

 

Chapter 2: Embla and the Mystical Light

 

And so Embla kept listening – day by day, wind by wind, until one morning a leaf fell onto her shoulder. It looked like all the others: yellow, light, curled, carried by the wind – and yet, it was different. Embla picked it up gently. It wasn’t cold. It wasn’t warm. But it seemed as if there was life inside this leaf. She felt something she couldn’t name.

On its underside, a fine line was etched – as if by a tiny blade no human hand had ever held. Not a letter. Not a word. Not a symbol she understood. But as her fingers glided over it, she heard it again – the whisper. This time, it was clearer: “Follow the light that casts no shadow.”

Embla looked up. The elm was silent. But the wind had changed. It smelled of moss, of rain, of something ancient. And somewhere between the branches, a light glowed – bluish, not flickering, but waiting.

The next day, Embla returned to the great elm with mixed feelings. It looked no different from the other trees. And yet, something was there. Nothing tangible. Just something strange. The air around it felt denser, heavier – as if the elm carried memories not yet visible.

“Why do you seem so sad to me?” Embla whispered. No answer. Only a gust of wind that rustled the leaves. And it sounded like a sigh.

 

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